Spielpaltzwüste

Lärmschutz a là SPÖ

Unfassbare Szenen spielen sich zurzeit in Puchheim ab.

“Wir sind vor vier Jahren hier nach Puchheim in die Wohn- Siedlung eingezogen“, erzählt Anna*. Es dauerte nicht lange, und die brünette 30-Jährige erfüllte sich gemeinsam mit ihrem Mann den lange gehegten Kinderwunsch. Zwei Sprösslinge belebten die Wohnung des Paares. “Alles war toll“, erzählt sie. Mal von den beengten Platzverhältnissen in der Siedlung abgesehen, wie Anna hinzufügt. Doch man lebte den Alltag der normalen, österreichischen Durchschnittsfamilie.

“…meine Kinder sind weinend herein gekommen.”

Bis zu diesem Tag: “Ich habe meine Kinder raus gelassen, damit sie wie jeden Tag draußen am Spielplatz vor der Haustüre herumtollen können“. Ein guter Standort für die besorgte Mutter. Immer wieder habe sie so vom Wohnzimmerfenster aus nach den Kleinen sehen können. “Aber meine Kinder sind an diesem Tag plötzlich weinend wieder herein gekommen“, erzählt Anna.

Bald stand für die Frau auch der Grund für den Tränenausbruch fest: Der geliebte Kinderspielplatz war plötzlich weg.

“Man hat alle Spielgeräte weggeräumt und bei einem anderen Spielplatz dazugestellt”, wie Anna herausfand. Ganze 69 (!) Wohn-Parteien müssen sich jetzt einen Spielplatz teilen. Sofort marschierten mehrere erboste Eltern auf das Gemeindeamt.

Bequemerweise befinden sich nämlich in Attnang- Puchheim Amtsleiter und Inhaber dieser gesamten Wohnanlage in einer Person dort wieder. “Ich habe mehrmals darauf gedrängt, den Kindern den Platz wiederzugeben”, sagt Anna. Früher hätten die Kinder der Siedlung einen schönen Sandhaufen gehabt. Jetzt müssen sich kleine Kinderhände mit Erde und Matsch zum Spielen begnügen.

Über 60 betroffene Eltern haben sich zusammengeschlossen und in einer Liste unterschrieben, die den Platz für Kinder wieder einräumen soll. Die Antwort des Amtsleiters, der im Gemeindeamt gerne auch als Sprachrohr des Bürgermeisters gilt und als graue Eminenz betrachtet wird: “Das interessiert mich nicht!”

Dem Bürgermeister sind die Kinder wohl egal

Außer sich sprechen die Eltern bei Bürgermeister Groiß vor, zeigen ihm die Unterschriftenliste. Er werde mit seinem Amtsleiter reden, meinte er. Doch auch er konnte sich gegen seinen eigenen Angestellten nicht durchsetzen. Der Spielplatz blieb weggenommen. “Dem Bürgermeister sind die Kinder wohl egal”, die bittere Erkenntnis der Eltern aus dem Vorfall.

Wie sich später heraus stellte, wohnt im selben Haus auch ein Freund des Amtsleiters, der sich immer wieder massiv über den “Lärm spielender Kinder” bei den Eltern beschwert haben soll. Jetzt ist der Spielplatz weggeschafft.

Ein Zufall?

*Name von der Redaktion geändert

24. September 2009